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	<title>Klarspüler &#187; Kulturkontinent</title>
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		<title>Zum Glück gibt es Chinesen</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Feb 2014 10:36:33 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Kulturkontinent]]></category>
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		<description><![CDATA[Denn ohne die Chinesen gäbe es keine chinesischen Sprachen und somit auch keine chinesischen Schriftzeichen. Und ohne chinesische Schriftzeichen wäre das Titelblatt der aktuellen Ausgabe der ADAC Motorwelt, die ich und 18 Millionen andere &#8211; oder vielleicht auch nur 17 Millionen oder 15 Millionen, wer weiß das schon so genau &#8211; in diesen Tagen im [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Denn ohne die Chinesen gäbe es keine chinesischen Sprachen und somit auch keine chinesischen Schriftzeichen. Und ohne chinesische Schriftzeichen wäre das Titelblatt der aktuellen Ausgabe der ADAC Motorwelt, die ich und 18 Millionen andere &#8211; oder vielleicht auch nur 17 Millionen oder 15 Millionen, wer weiß das schon so genau &#8211; in diesen Tagen im Briefkasten gefunden haben, leer wie eine kahle Wand. <span id="more-820"></span></p>
<p>Aber zum Glück gibt es ja Chinesen, die chinesische Sprachen sprechen und dafür chinesische Schriftzeichen verwenden. Und letztere haben ihre Besonderheiten, die man als gebildeter, weitgereister und kulturell offener Mensch, für den man sich hält, zum Besten gibt. Besonders dann, wenn man gerne Politikgrößen zitiert und sich gemerkt hat, dass Richard von Weizsäcker einmal gesagt hat, dass wir von den Chinesen lernen sollten, weil diese für Chance und Krise das gleiche Schriftzeichen haben. Das hat Richard von Weizsäcker vor mehr als zwanzig Jahren gesagt, also zu einer Zeit, zu der man das sowieso nicht überprüfen konnte und es sich irgendwie fernöstlich-exotisch-weise anhörte.</p>
<p>Inzwischen weiß aber jedes fünfjährige Kind, das von seinen überambitionierten Eltern zum  frühkindlichen Chinesisch angemeldet wurde, dass das völliger Quatsch ist, da Krise und Chance im Chinesischen aus jeweils <a href="http://www.xuexizhongwen.de/chance-und-krise.htm">zwei Zeichen</a> bestehen. Diese teilen sich zwar ein gemeinsames Zeichen, welches jedoch sehr viele Bedeutungen hat und in erster Linie als Maschine, Apparat oder Gerät übersetzt wird. Wörtlich übersetzt bedeutet Krise soviel wie <a href="http://www.oai.de/de/publikationen/oai-blog/56-ostasienlexikon/kkk/1569-krise.html"><em>gefahrvolle Gelegenheit</em></a>, rechtfertigt trotzdem nicht die inhaltliche Verkürzung im von Weizsäckerschen Stil.</p>
<p>Das alles ist bestimmt auch den Verantwortlichen der ADAC Motorwelt bekannt, aber im Moment ziemlich egal. Denn schließlich müssen sie in turbulenten Zeiten ein Titelblatt gestalten und gleichzeitig dafür sorgen, dass der ADAC schnell wieder ein positives Image bekommt. Deshalb haben sie einfach reflexartig in die Sprücheschublade gegriffen und etwas heraus gekramt, das gleichsam ein wenig Selbstkritik andeutet, im selben Atemzug jedoch auf die Zukunft lenkt, in der alles besser wird. Versprochen. Das Ganze noch garniert als fernöstliche Weisheitsrethorik. Das kommt immer gut an. Deshalb ist auf den Titelblatt der aktuellen Ausgabe der ADAC Motorwelt zu lesen: die Krise als Chance.</p>
<p>Und genau hier ist das Problem: das erste, was den lieben Leuten von der ADAC Motorwelt einfällt, ist der Rückzug auf einen altbekannten Spruch, von dem inzwischen jeder weiß, dass er nicht so ganz ernst gemeint sein kann. Inhaltsleere Floskeln, die erst einmal Luft zum Durchatmen geben, bevor man sich dem eigentlichen Problem widmet. Vielleicht. Standardgefasel für Leser, die Antworten und Konsequenzen erwarten. Da sei dem ADAC Motorwelt Leuten deutlich gesagt: so einfach kriegt ihr das Vertrauen nicht zurück!</p>
<p>Wobei, das Vertrauen vielleicht nicht, aber zumindest meine Aufmerksamkeit für die ADAC Motorwelt. Ich erinnere mich nämlich nicht, mich in den 18 Jahren, in denen ich nun Mitglied bin, jemals so lange mit der ADAC Motorwelt befasst zu haben.</p>
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		<title>Deutsche Debattierkultur</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Aug 2013 20:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Kulturkontinent]]></category>
		<category><![CDATA[Bringschuld]]></category>
		<category><![CDATA[Holschuld]]></category>

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		<description><![CDATA[Was zeichnet eigentlich eine deutsche Debattierkultur aus? Ist es der Hang zur Bedenkenträgerei? Die Neigung zur Akribie? Oder vielleicht doch die Tendenz zur Verjustifizierung sämtlicher Argumente und Sachverhalte? Nichts von alledem! Es ist schlicht die Angewohnheit die Diskussion bis zu einem Punkt zu treiben, an dem ein ganz bestimmtes Verständnis von Informationsmanagement als Totschlagargument aus [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Was zeichnet eigentlich eine deutsche Debattierkultur aus? Ist es der Hang zur Bedenkenträgerei? Die Neigung zur Akribie? Oder vielleicht doch die Tendenz zur Verjustifizierung sämtlicher Argumente und Sachverhalte?</p>
<p>Nichts von alledem! Es ist schlicht die Angewohnheit die Diskussion bis zu einem Punkt zu treiben, an dem ein ganz bestimmtes Verständnis von Informationsmanagement als Totschlagargument aus dem Hut gezaubert wird, um sich so der Verantwortung für das eigene Handeln zu entziehen und eine weitere Verständigung unmöglich zu machen. Kristallisationspunkte bzw. -worte für diese Angewohnheit sind zwei Begriffe: Holschuld und Bringschuld!<span id="more-564"></span></p>
<p>Sobald diese beiden Begriffe in einer Debatte ausgesprochen werden, sind zwei Dinge klar: der andere hat Schuld, weil er etwas Wesentliches für das Gelingen der Kommunikation unterlassen hat. Und nur der, der das Vorhandensein bzw. die Abwesenheit einer Hol- oder Bringschuld definiert, hat Ahnung wie die Kommunikation und Weitergabe von Informationen hätte laufen müssen, damit sie hätte funktionieren können.</p>
<p>Letztens bediente sich Verteidigungsstaatssekretär Stéphane Beemelmans <a href="http://www.tagesschau.de/inland/euro-hawk-ausschuss106.html">vor dem Drohnen-Untersuchungsausschuss</a> dieses Kniffs der deutschen Debattierkultur. Ok, hier mal zu einem ganz ungewöhnlichen Zweck, da er seinen Chef in Schutz nahm und sich selbst ins Fadenkreuz der Kritik stellte. Aber das Wirkungsprinzip bleibt dasselbe.</p>
<p>Dabei zeigt schon die Formulierung wie widersinnig die Verwendung der Begriffe Holschuld/Bringschuld ist: der Verteidigungsstaatssekretär sehe &#8220;auch in der Rückschau keinerlei Holschuld des Ministers&#8221;. Dumm nur, dass diese Feststellung in der Rückschau überhaupt nichts nützt, da die Frage, wer eine Hol- oder Bringschuld von Informationen hat, sinnvollerweise am Anfang geklärt werden sollte, damit hinterher keine Unklarheiten bestehen oder man sich gegenseitig die Schuld bzw. Verantwortung zuschieben kann.</p>
<p>Aber vielleicht liegt ja mal wieder ein ganz großes Missverständnis vor, das die Beteiligten davon abhält, sich im Vorfeld mit diesen Begriffen, die ja irgendwie so negativ, belastend und ermahnend wirken, auseinander zu setzen. Holschuld. Bringschuld. Macht man sich jetzt schuldig, wenn man etwas &#8211; in dem Fall Informationen &#8211; holt bzw. bringt. Ist es so wie der sprichwörtliche Bote, der für die Überbringung einer schlechten (wahlweise auch unangenehmen, wahren etc.) Nachricht bestraft wird? Oh Gott, oh Gott, dann doch lieber die Finger davon lassen. Nachher hat man nur Ärger an der Backe.</p>
<p>Diese Debattierunart nervt und all diesen Holschuld- und Bringschuldpropagierern, die sich im Nachhinein hinter juristisch-angehauchten Begriffsgebilden verbergen und aus der Sicherheit einer wortgewaltigen Deckung Vorwürfe und Schuldzuweisungen wie Granaten in die Kommunikation werfen, sei gesagt: mit dieser Art habt ihr allen Kritikern die Schickschuld in die Hand gedrückt. Die Schuld der Vernunft gegenüber euch so schnell wie möglich in die Wüste zu schicken!</p>
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