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	<title>Klarspüler &#187; Leipziger Buchmesse</title>
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		<title>Die unerträgliche Möglichkeit des Unmöglichen</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Mar 2014 07:48:30 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Literaturwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Nachwuchsschriftsteller]]></category>
		<category><![CDATA[Yahya Hassan]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern startete die Leipziger Buchmesse. Wie letztes Jahr, werde ich auch dieses Mal nicht dabei sein. Keine Sorge, niemand wird mich vermissen oder vergeblich auf mich warten. Auf den 18-jährigen dänischen Schrifteller Yahya Hassan hingegen werden einige Leute warten, um seine Gedichte zu hören, mit denen er in den vergangenen Monaten Dänemark aufgerüttelt hat. Gedichte, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern startete die Leipziger Buchmesse. Wie letztes Jahr, werde ich auch dieses Mal nicht dabei sein. Keine Sorge, niemand wird mich vermissen oder vergeblich auf mich warten. Auf den 18-jährigen dänischen Schrifteller Yahya Hassan hingegen werden einige Leute warten, um seine <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/yahya-hassan-9783550080838.html">Gedichte</a> zu hören, mit denen er in den vergangenen Monaten Dänemark aufgerüttelt hat. Gedichte, junger Schriftsteller? Da war doch was. Richtig! Eigentlich ist es heute unmöglich einen Gedichtband zu veröffentlichen. Insbesondere ist es für junge, noch unbekannte Autoren grundsätzlich unmöglich überhaupt etwas in einem renommierten Publikumsverlag zu veröffentlichen. Die Geschichte von Yahya Hassan zeigt hingegen: die Möglichkeit unmöglicher Begebenheiten existiert und wir brauchen sie!<span id="more-1006"></span></p>
<p>Jeder, der schriftstellerisch tätig wird und sein Geschreibsel irgendwann veröffentlicht sehen möchte, ist gezwungen, sich mit den realen Begebenheiten des Publikationswesens auseinander zu setzen, d.h. sich mit Mechanismen und Regeln des Buchmarkts vertraut zu machen. Denn letztlich ist ein Buch ein Produkt. Das klingt zwar schnöde wirtschaftlich, ist aber so. Diese Mechanismen und Regeln sagen uns beispielsweise: Kurzgeschichten und Gedichte liest kein Mensch! Als unbekannter Autor hat man keine Chance, direkt in einem großen Verlag unterzukommen, weil einen niemand kennt, weil man keine Beziehungen hat, weil man keine Marke ist. Lieber soll man sich an kleine Verlage wenden. Oder es in Agenturen probieren. Publikumsverlage interessieren sich nur für amerikanische oder englische Erfolgsautoren, deren Übersetzungen sie auf den deutschen Buchmarkt schmeißen. Etablierte deutsche Autoren sind froh, ihre Karriere vor grauer Zeit begonnen zu haben, als es noch leicht war in die Verlage zu kommen. Das E-Book läuft dem Buch den Rang ab. Wer es bei Agenturen und Verlagen nicht schafft, der wird einfach selbst zum Verlag und macht innerhalb weniger Wochen bei Amazon einen Haufen Kohle.</p>
<p>Das sind Statements wie der Buchmarkt funktionieren kann. Aber nicht muss. Sie beschreiben Spielregeln, die eine Orientierung für die Realität geben können. Und der natürliche Drang der Menschen ist, Regeln und Mechanismen zu umgehen, sie nicht unbedingt abzuschaffen, aber sie zumindest nur für die anderen gelten zu lassen. So kann es dann sein, dass plötzlich einer eine Abkürzung nimmt, vorbei an den ganzen Funktionsprinzipien, wie einer der an der Warteschlange zu einem angesagten Club einfach vorbeispaziert und vom Türsteher reingelassen wird. Vielleicht stand er auf der Gästeliste? Vielleicht. Aber eventuell hat er sich auch von den Regeln und Mechanismen nicht lähmen lassen.</p>
<p>&#8220;Wieso haben irgendwelche Verlagsmenschen ausgerechnet an ihm einen Narren gefressen?&#8221; wird man mit einem gewissen Unterton des Neids fragen. Der &#8220;angry author&#8221;, der sich in wortgewaltigen Zeilen über die Ungerechtigkeiten der Realität auslässt ist doch nun wirklich nichts Neues. Leider gibt es darauf keine Antwort, weil man das eigentlich Unmögliche nicht erklären kann. Es existiert aber, ist da, wirkt, überrascht uns jedes Mal aufs Neue, lässt uns zurück mit einer Mischung aus Neid, aber auch Bewunderung, dass es eben doch anders gehen kann. Gerade im künstlerischen Bereich, wo die Wege ins Rampenlicht oftmals verwinkelt und unübersichtlich sind.</p>
<p>Und das sollte uns hoffen lassen, anstatt uns ängstlich davon abzuhalten, es ebenfalls zu versuchen. In dem Sinne, gute Unterhaltung!</p>
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		<title>Leipzig dream</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Mar 2013 11:59:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[admin]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Literaturwelt]]></category>
		<category><![CDATA[David Wagner]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurter Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Buchmesse]]></category>
		<category><![CDATA[Lit.Cologne]]></category>
		<category><![CDATA[Preis der Leipziger Buchmesse]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche ging die Leipziger Buchmesse zu Ende. Mal wieder. Und mal wieder war ich nicht dabei. Obwohl ich letzten Sommer auf einer Hochzeit jemand kennengelernt hatte, der aus Leipzig kommt und mir im Überschwank einer Spontanverbrüderung unter Einfluss mehrerer Gläser Wein anbot, jederzeit bei ihm übernachten zu können. Entfernung zur Messe: 20 Minuten. Zu [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Letzte Woche ging die Leipziger Buchmesse zu Ende. Mal wieder. Und mal wieder war ich nicht dabei. Obwohl ich letzten Sommer auf einer Hochzeit jemand kennengelernt hatte, der aus Leipzig kommt und mir im Überschwank einer Spontanverbrüderung unter Einfluss mehrerer Gläser Wein anbot, jederzeit bei ihm übernachten zu können. Entfernung zur Messe: 20 Minuten. Zu Fuß. Super! Nie mehr Probleme, ein Zimmer für die Messezeit zu finden.<span id="more-44"></span></p>
<p>Leipzig gilt ja allgemein als Messe für Leser. Während Frankfurt als Messe der Verlage und Agenten und Mainz als die der Buchgestalter bezeichnet werden. Und die Lit.Cologne das Festival derjenigen ist, zu denen man sowieso nicht gehört. Wo also, wenn nicht in Leipzig?</p>
<p>Jetzt muss ich gestehen: ich bin kein Leser. Sondern Schreiber. Und wenn ich nach Leipzig fahren werde, dann mit einem Buch von mir in der Tasche, eins von diesen abgegriffenen Exemplaren, vollgespickt mit Klebezetteln, die Stellen markieren, welche ich auf Lesungen vortragen werde. Wenn ich nach Leipzig fahren werde, dann mit der Bahn, die vorbeiziehende Landschaft betrachtend, sinnierend darüber, was ich den Lesern, die mich am Stand besuchen, erzählen soll. Wenn ich nach Leipzig fahren werde, dann ein schickes dunkles Hemd tragend, passende Jeans, frisch geschnittenes Haar und diese Kraft im Blick, die zeigt, dass ich mit meiner Geschichte etwas zu sagen habe.</p>
<p>Aufhören Halotta! Aufhören! Das ist ja unerträglich, höre ich eine Stimme rufen, die definitiv nicht Wilfried Schmickler gehört, sondern der meines Chefs im Brotberuf ähnelt. Stellen Sie endlich das Träumen ein! Die Szene ist doch geklaut: der Typ im dunklen Hemd ist David Wagner, der 2013 den Preis der Leipziger Buchmesse bekommen hat. Und Sie ersetzen einfach nur ihn durch sich und wünschen er zu sein, weil Sie im Moment nicht der sind, der Sie gehofft haben zu werden!</p>
<p>Träumen? Hat da gerade jemand von Träumen gesprochen? Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem Traum, den man in diesem Zusammenhang als unrealistisches Hirngespinst abtut, und einer Vision, mit der man ein großartiges und anspruchsvolles Ziel verbindet? Vermutlich in der Vehemenz, mit der man sich bei dem einen vor der Umsetzung drückt, während man beim anderen alles daran setzt, es zu erreichen. Man könnte es auch als den Biss bezeichnen, ohne direkt an Vampire zu denken.</p>
<p>In einem <a href="http://www.buchreport.de/nachrichten/buecher_autoren/buecher_autoren_nachricht/datum/2012/12/11/es-fehlt-an-autoren-mit-biss.htm" target="_blank">Interview mit dem Buchreport beklagt Andreas Eschbach</a>, dass es vielen angehenden Schriftstellern an Selbigem mangele. Dass sie die Messlatte für ihr Tun nicht hoch genug und sich keine großen Ziele setzen würden. Warum eigentlich? Weil die Kenntnis der ernüchternden Realität zeigt, dass man mehr Ahnung von dem Geschäft oder den Mechanismen hat? Das mag vielleicht stimmen, nur leider ist das keine Zwangsläufigkeit.</p>
<p>Ich vergleiche das gerne mit Leuten, die einem nicht schnell genug vom Ernst des Lebens predigen, dem man sich angeblich stellen soll, und hinterher erkennen, dass es besser gewesen wäre, nicht alles so ernst zu nehmen. Aber wehe einer hätte diese Erkenntnis schon vorher gehabt!</p>
<p>Deshalb sage ich: er träumt doch! Weil hinter jeder großen Leistung eine große Idee, ein intensives Gefühl oder eine prächtige Vorstellung stehen, die das erste ermöglichen. Träumen heißt aber nicht ausruhen, es ist eher das Schmiermittel, damit die Maschine in Gang bleibt.</p>
<p>Ob es dann tatsächlich so kommt, wie man es sich erträumt hat, kann niemand sagen. Vermutlich werde ich gar nicht mit der Bahn nach Leipzig fahren. Ich werde mir bestimmt auch keine Gedanken darüber machen, was ich möglichen Lesern am Stand sagen soll, weil ich viel zu aufgeregt und schon froh darüber sein werde, nicht zu vergessen wie ich heiße. Und ein schwarzes Hemd besitze ich nicht einmal. Aber das Buch, das werde ich in meiner Hand halten.</p>
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