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	<title>Klarspüler &#187; Steueraffäre</title>
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	<description>Das! Meinungsmittel</description>
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		<title>Auf die Plätze, fertig &#8230; Wurst!</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Mar 2014 05:44:07 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nein, der Prozess gegen Uli Hoeneß hat noch nicht angefangen. Er geht erst heute los. Deshalb muss ja bereits einen Tag vorher mit den Spekulationen begonnen werden. Damit der Prozess mit der notwendigen Emotionalität aufgeladen und Otto Normalwutbürger schon mal vorgegaukelt wird, dass kleinste Nebensächlichkeiten, von der Gangart des Staatsanwalts bis zur Farbe der Sitzreihen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Nein, der Prozess gegen Uli Hoeneß hat noch nicht angefangen. Er geht erst heute los. Deshalb muss ja bereits einen Tag vorher mit den Spekulationen begonnen werden. Damit der Prozess mit der notwendigen Emotionalität aufgeladen und Otto Normalwutbürger schon mal vorgegaukelt wird, dass kleinste Nebensächlichkeiten, von der Gangart des Staatsanwalts bis zur Farbe der Sitzreihen im Gerichtssaal, irgendeinen Einfluss auf den Ausgang der Verhandlung haben könnten. Spekulationsobjekt in diesem <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hoeness-prozess-richter-heindl-und-verteidiger-feigen-im-portraet-a-957345.html">Artikel</a> ist der vorsitzende Richter im Hoeneß-Prozess Rupert Heindl, der den Artikel hoffentlich nicht gelesen hat.<span id="more-996"></span></p>
<p>Ein wenig küchenpsychologische Kommunikationstheorie vorab: werden Selbstverständlichkeiten betont, rücken sie automatisch in den Fokus des Interesse und können zu Diskussionsobjekten werden, obwohl es nichts daran zu diskutieren gibt. Am Ende ist die Selbstverständlichkeit dahin und die Spekulation hat sich breit gemacht. Gut zu beobachten ist es in dem angesprochenen Artikel von Gisela Friedrichsen.</p>
<p>Gleich zu Beginn wird betont, dass Rupert Heindl ein Richter sei, der ohne Ansehen der Person urteile (Selbstverständlichkeitsbetonung). Das mit dem Ansehen sei sogar wörtlich zu nehmen, da er angeblich die Angeklagten noch nicht einmal ansähe, sich überhaupt nicht für deren Motive und Lebensläufe interessiere, sondern nur nach Aktenlage urteile (Fokus des Interesses wird ausgerichtet). Die Korrektheit des Richters gehe sogar soweit, dass er kategorisch mögliche Absprachen zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ausschließe. Dies sei auf seine Erfahrung zurückzuführen, dass drei Urteile seiner Strafkammer vom Bundesgerichtshof aufgehoben wurden (Fokus des Interesses ist geschärft). Und nun zu den spannenden Fragen &#8211; neben <a href="http://www.tagesschau.de/inland/hoeness216.html">diesen</a> hier &#8211; , die sich daraus ergeben: &#8220;Was bedeutet das für die Verteidigung des Bayern-Präsidenten?&#8221; und &#8220;Welche Chancen hat in dieser Konstellation ein Angeklagter, der von dem Frankfurter Anwalt Hanns W. Feigen verteidigt wird?&#8221; (Spekulationsphase ist eröffnet).</p>
<p>An dieser Stelle werden zwei Dinge verwurschtelt, die nichts miteinander zu tun haben, durch die Spekulation jedoch in eine Beziehung gebracht werden: die Korrektheit des zuständigen Richters und die Schlitzohrigkeit des Verteidigers. Letzterer zählt zu seinem illusteren Mandantenkreis z.B. einen Klaus Zumwinkel, den er bei dessen Prozess nur deswegen rausgehauen hat, weil er das <em>Ansehen</em> der Person Zumwinkel durch seine &#8220;Lebensleistung&#8221; mit ins Spiel brachte und die positiv angerechnet wurde. Auch weil der BGH in einer Entscheidung einmal festgelegt hat, dass es bei Steuerhinterziehung Bewährung geben kann, wenn sich der Täter &#8220;im Wesentlichen steuerehrlich verhalten&#8221;, also dem Staat nur einen &#8220;verhältnismäßig geringen Teil&#8221; seiner Steuerschuld vorenthalten habe. Lebensleistung eben.</p>
<p>Und nun? Ist Rupert Haindl also irgendwie seltsam, weil ihm nachgesagt wird, dass ihm die Lebensleistung einer Person nicht interessiert. Macht er seinen Job dadurch besser? Schlechter? Fairer? Unfairer? War der Ausgangspunkt dieses Artikels nicht eine Selbstverständlichkeit, von der man ausging ihre Anwendung sei richtig und nicht zu hinterfragen?</p>
<p>Stellen wir uns schon mal darauf ein, dass solche Spekulaionsschlachten in den nächsten Tagen und Wochen von vielen Seiten auf uns einprasseln werden. Und hoffen ganz fest, dass sie am Ende keinen Einfluss auf den Ausgang des Verfahrens haben werden!</p>
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		<title>Tolle Wurst &#8211; das Nachspiel</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Jul 2013 05:42:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Haben Sie auch die Wurst gesehen, die vor einigen Tagen durch die Medienlandschaft gelaufen ist? Nicht?! Dann würde man Sie bei McKinsey nicht nehmen. Ok, dort laufen keine Würste durch die Landschaft, sondern Gorillas über den Bildschirm. Und wenn Sie einen bei einem Basketballspiel erkennen, gelten Sie als Führungstalent. Wenn Sie glauben, was McKinsey Ihnen [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Haben Sie auch die Wurst gesehen, die vor einigen Tagen durch die Medienlandschaft gelaufen ist? Nicht?! Dann würde man Sie bei McKinsey nicht nehmen. Ok, dort laufen keine Würste durch die Landschaft, sondern Gorillas über den Bildschirm. Und <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/elite-buch-auszuege-schneller-laufen-als-die-langsamste-antilope-a-540944.html">wenn Sie einen bei einem Basketballspiel erkennen</a>, gelten Sie als Führungstalent. Wenn Sie glauben, was McKinsey Ihnen sagt.<span id="more-213"></span></p>
<p>Aber die Wurst haben Sie wirklich nicht gesehen, oder? Dann hat die Wurst alles richtig gemacht und ihren Auftritt unauffällig inszeniert. Wirklich eine tolle Wurst. Ach, was schreibe ich den eigentlich?! Ich meinte doch Uli Hoeneß!</p>
<p>Vor ein paar Tagen tickerte nämlich <a href="http://www.br.de/nachrichten/hoeness-steueraffaere-bewaehrung-100.html">dieser Artikel</a> durch die Medienlandschaft, dem zufolge Uli Hoeneß in der Steuerhinterziehungsaffäre mit einer milden Strafe rechnen kann. Welch eine Entwicklung! Hatte der Klarspüler nicht genau dies in einem früheren <a title="Tolle Wurst" href="http://klarspueler.com/tolle-wurst/">Beitrag </a>vorhergesagt? Die Bewährung kommt natürlich nicht von ungefähr. Nachdem noch einmal richtig nachgerechnet wurde, ist die berühmte Grenze von 1 Mio. € hinterzogene Steuern doch nicht überschritten. Getreu der Rechenlogik: das Ergebnis führt zum Rechenweg, nicht umgekehrt.</p>
<p>Einen medialen Aufschrei hat es nicht gegeben. Verständlich. Immerhin leben wir jetzt in der Ära nach den Snowden-Enthüllungen. Und außerdem haben Kate und William gerade Nachwuchs bekommen. Somit ideale Ablenkungsbedingungen um als Kurzmeldung durchzuschlüpfen. Natürlich ist diese nur eine durchgesickerte Spekulation, da die Ermittlungen noch laufen. Aber mit manchen Gerüchten ist es wie mit einem Steinschlag: den kann auch keiner mehr aufhalten.</p>
<p>Juristisch müsste die Angelegenheit also durch sein und Otto Normalwutbürger sollte jetzt tunlichst vermeiden, sich weiterhin über diese Entwicklung zu echauffieren oder gar eine Sonderbehandlung prominenter Personen vor deutschen Gerichten zu unterstellen &#8211; sonst fängt er sich ganz schnell den diskreditierenden Stempel eines vorurteilsbeladenen, neidischen Nörglers ein, der überall Ungerechtigkeiten, Kumpanei und Trickserei wittert, und auf Teufel komm raus eine Verurteilung sehen will, auch wenn nichts vorliegt.</p>
<p>Das einzige was Otto Normalwutbürger jetzt noch machen kann ist, für sich eine Erklärung zu finden, die ihn trotz Bauchschmerzen seines Gerechtigkeitsgefühls schlafen lässt. Vielleicht etwas Quasi-Esoterisches oder etwas das die Affäre um Uli Hoeneß aus einem neuen Blickwinkel betrachtet, der für Otto Normalwutbürger aber nachvollziehbar ist. Ich hab da mal was vorbereitet:</p>
<p>Im Grunde kann Uli Hoeneß für die Steuerhinterziehung nichts, da er das nur aus purer Angst gemacht hat. Deshalb ist es ja auch so etwas wie Notwehr. Vielleicht nicht ganz verhältnismäßig, deshalb muss eine kleine Bestrafung sein, aber es liegt noch lange keine Straftat vor. Das mit der Angst in finanziellen Dingen kennt Otto Normalwutbürger auch: z.B. die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren oder nicht richtig fürs Alter vorgesorgt zu haben. Jetzt sind das natürlich Ängste, die in hoeneßschen Kreisen unbekannt sind. Aber auch dort gibt es Ängste: sozial-finanzielle Ängste, wie den Gesichtsverlust aufgrund unterlassener Investitionen. Und nur deshalb hat sich Uli Hoeneß dazu hinreißen lassen. Na klar, wenn man ständig von seinen Old-Boys-Kumpels zu hören bekommt, welche renditeträchtige Investition wieder getätigt wurde, welche Beteiligung mal wieder mächtig viel Kohle abgeworfen hat, mit welcher Anlage man ein hübsches Sümmchen ergattert hat, geht das nicht spurlos an einem vorbei. Da wirkt der Gruppendruck. Und da will man natürlich mitmischen, um nicht im Abseits zu stehen oder als Weichei zu gelten.</p>
<p>Das war es also: die Angst vor sozialer Isolation. Insofern: Uli, ich kann dich verstehen. Doch. Irgendwie. Es geht mir auch schon besser. Und der Ärger ist praktisch verflogen.</p>
<p>Fanden Sie das jetzt etwas abgedreht? Verstehe. Vielleicht sollte man es sich doch nur schöntrinken? Wenigstens hat dann der Wirt aus der Stammkneipe etwas davon.</p>
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