mon bohémien, mon modèle

Letztens auf einen Artikel bei spiegel-online gestoßen, einer dieser Berichte, die mit dem Begriff des “jungen Star-Autors” in der Überschrift locken, bebildert mit einer Fotostrecke, in der ein nachdenkliches Gesicht mit freundlich-frischem Blick ins Objektiv schaut, Zufriedenheit ausdrückend, schon in jungen Jahren Tiefsinniges in Buchform gepresst zu haben, das sich zudem im Programm eines renommierten Verlags wiederfindet. So was kommt an. Weiterlesen

Leipzig dream

Letzte Woche ging die Leipziger Buchmesse zu Ende. Mal wieder. Und mal wieder war ich nicht dabei. Obwohl ich letzten Sommer auf einer Hochzeit jemand kennengelernt hatte, der aus Leipzig kommt und mir im Überschwank einer Spontanverbrüderung unter Einfluss mehrerer Gläser Wein anbot, jederzeit bei ihm übernachten zu können. Entfernung zur Messe: 20 Minuten. Zu Fuß. Super! Nie mehr Probleme, ein Zimmer für die Messezeit zu finden. Weiterlesen

Habemus Meinung

Der Titel dieses Beitrags ist natürlich pure Effekthascherei, geboren aus der Hoffnung, ein Wortspiel mit einem Begriff, der in den vergangenen Tagen sehr präsent war, würde einen „ohrcatchenden“ Effekt haben – wohl wissend, dass damit die wichtige Frage: „was soll man eigentlich im ersten Beitrags eines Blogs thematisieren?“, noch nicht beantwortet ist.

Vielleicht etwas Grundsätzliches? Ja, schon mal nicht schlecht gedacht. Aber bitte nicht zu hochtrabend, akademisch und belehrend! Ok. Versprochen. Auch, dass es im ersten Beitrag dieses Blogs weder um die Papstwahl, die Kirche noch um den Glauben im Allgemeinen oder Besonderen geht. Aber um die Meinung im Speziellen und Grundsätzlichen. Das zentrale Element jedes Blogs, und erst recht eines, der sich im Untertitel als Das! Meinungsmittel präsentiert.

Das man eine Meinung hat, ist grundsätzlich gut. Zeigt man damit doch seine subjektive Ansicht und Einstellung zu Zuständen, Ereignissen oder Personen, ohne Gefahr zu laufen selbiges unhinterfragt von anderen zu übernehmen.

Doch was steckt hinter der Meinung? Welche Attitüde? Welche Überlegungen? Na, bestenfalls reifliche, die sich mit pro und contra auseinandergesetzt, sich für eins entschieden haben und gleichsam – ganz demokratisch – zubilligen, dass es daneben auch noch andere geben kann.

An dieser Stelle kommt dann doch die Papstwahl. Besser gesagt einige Beobachtungen dazu, die ich in einem bekannten sozialen Netzwerk verfolgt habe: nein, kein Shitstorm. Das hört sich immer so unappetitlich an. Eher ein Post-Kommentar-Gewitter über das absurde Theater, welches in Rom abgezogen wird, von jener radikalen Sekte, die verboten gehört, da ihre Vergangenheit verbrecherisch war, die Gegenwart verbrecherisch ist und die Zukunft natürlich verbrecherisch sein wird. Ach ja, man könnte den ganzen Laden schließen, alle entlassen und mit dem konfiszierten Vermögen die EU sanieren.

Meinung, die im radikal-intellektuellen Gewand daherkommt, kann nicht verbergen, dass sich dahinter nur vorurteilsbeladene Reflexe verbergen, die aus der Attitüde erwachsen, „das zu dürfen, weil man eben auf der modernen Seite der Meinungsbildung steht.“

Und genau das verspricht der Klarspüler, nicht zu tun!