Kategorie-Archiv: Literaturwelt

Gefangen in der Sorglosigkeitsökonomie

Seit einigen Wochen geht es in der Literaturwelt zur Sache. Zwischen Amazon und einigen großen Verlagsgruppen. Und wie das so bei Auseinandersetzungen ist, bei denen viel Geld auf dem Spiel steht und grundlegende Ansichten aufeinanderprallen: raushalten geht nicht. Man muss sich entscheiden, auf welcher Seite man steht! Seit einigen Tagen positionieren sich viele deutsche Autoren im Aktionsbündnis Fairer Buchmarkt: für einen Buchmarkt, an dem alle, Verlage, Buchhändler, Verlagsautoren auch Amazon und selbstverständlich auch Selfpublisher zu fairen Bedingungen teilhaben sollen. Eine gute Idee, die aber Widerspruch hervorruft, z.B. in Form eines offenen Briefes der Selfpublisher, die die Kritik an Amazon nicht verstehen. Schade! Denn anscheinend überwiegt bei Selfpublishern nach wie vor das Wohlgefallen der Sorglosigkeitsökonomie, in die sie ihre Partnerschaft mit Amazon gebracht hat.  Weiterlesen

Alle gegen Amazon, niemand für neue Businessideen

Es ist nicht leicht in der aktuellen Kontroverse um Amazon eine differenzierte Sichtweise einzunehmen. Eine, die nicht mit Begriffen wie Bücherkrieg, Untergang des Kulturguts Buch oder Invasion durch einen fast schon dämonischen Gegner spricht, der seit Jahren an einem Masterplan arbeitet, die gesamte Buchbranche unter Kontrolle zu bringen. Ich versuche es trotzdem. Denn letztlich bringt die andere Sichtweise gar nichts. Sie zementiert nur den Status Quo: eine marktbeherrschende Position Amazons. Dass es so weit gekommen ist, liegt nicht nur an der “Stärke” von Amazon. Sondern auch an der “Schwäche” der althergebrachten Akteure des Buchmarkts, die erste erst richtig zur Geltung bringt. Folglich gilt es jetzt die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Weiterlesen

Die unerträgliche Möglichkeit des Unmöglichen II

Wer ist schon an einem Sonntagmorgen vor acht Uhr im Auto unterwegs und hört Radio, wenn er den Abend davor bis spät in die Nacht aus war? Bestimmt die allerwenigsten. Ich gehöre zu diesem Menschenschlag. Sich zu so früher Stunde hinter das Lenkrad zu setzen birgt jedoch Gefahren. Nicht wegen des Restalkohols im Blut und unerwarteter Morgenkontrollen der Polizei. Sondern wegen bizarrer Radiobeiträge, die von literarischen Wunderleistungen erzählen, die man fälschlicher Weise für Spätprodukte des vorabendlichen Gelages hält. Und dadurch seine literarischen Chancen auf einen Weltbestseller sausen lässt. Weiterlesen

Die unerträgliche Möglichkeit des Unmöglichen

Gestern startete die Leipziger Buchmesse. Wie letztes Jahr, werde ich auch dieses Mal nicht dabei sein. Keine Sorge, niemand wird mich vermissen oder vergeblich auf mich warten. Auf den 18-jährigen dänischen Schrifteller Yahya Hassan hingegen werden einige Leute warten, um seine Gedichte zu hören, mit denen er in den vergangenen Monaten Dänemark aufgerüttelt hat. Gedichte, junger Schriftsteller? Da war doch was. Richtig! Eigentlich ist es heute unmöglich einen Gedichtband zu veröffentlichen. Insbesondere ist es für junge, noch unbekannte Autoren grundsätzlich unmöglich überhaupt etwas in einem renommierten Publikumsverlag zu veröffentlichen. Die Geschichte von Yahya Hassan zeigt hingegen: die Möglichkeit unmöglicher Begebenheiten existiert und wir brauchen sie! Weiterlesen

Gastkommentar: Freie Meinungsäußerung oder das Recht auf Selbstdemontage

Der nachfolgende Text stammt vom Betreiber der Seite http://memomessenger.wordpress.com und wird hier als Gastkommentar mit freundlicher Genehmigung von memomesseneger.wordpress.com veröffentlicht.

Freie Meinungsäußerung oder das Recht auf Selbstdemontage

Sibylle Lewitscharoff, eine mehrfach preisgekrönte deutsche Schriftstellerin hat sich in einer Rede zu Themen wie Onanie, künstlicher Befruchtung, christlichen Wertvorstellungen und anderem geäußert. Das ist ihr gutes Recht. Freie Meinungsäußerung. Weiterlesen

Thilo Sarrazin hat Recht

Auf diesen bescheuerten Gedanken könnte jetzt Sibylle Lewitscharoff kommen. Denn – so die wirre These im neusten Gedankenschmöcker von Sozialbulldozer T.S. – der Meinungsfreiheit werden in Deutschland durch einen Gleichheitswahn enge Grenzen gesetzt. An diese ist vor einigen Tagen Sibylle Lewitscharoff gestoßen, als sie sich in der Kunst des gesprochenen Wortes versuchte und im Staatsschauspiel Dresden eine Rede hielt. Ergebnis ist der erste Literaturskandal 2014. Skandalös sind dabei nicht nur der Inhalt, den Sibylle Lewitscharoff verbreitete, sondern auch die Verteidigungsbollwerke im sarrazinären Duktus, die von Meinungsfreiheitspuristen errichtet wurden. Weiterlesen

Generation [hier Schlagwort einsetzen]

Was macht eigentlich ein Journalist, der gerade um die 30 ist und das Gefühl hat, dass es in seinem Leben irgendwie nicht so läuft, wie er sich das als Kind immer vorgestellt hat? Seinen Job wechseln? Mit der alten Beziehung Schluss machen? Erst mal ein halbes Jahr durch die Weltgeschichte reisen? Oder sich einfach in der nächsten Bar voll laufen lassen? Alles akzeptable Lösungen. Blöd wird es nur, wenn er sich für die fünfte Variante entscheidet: ein Buch über seine Generation zu schreiben. Weiterlesen

Hoffen auf Bukowski

Welche Hoffnung kann uns Charles Bukowski geben? Vielleicht die, dass eine Leber doch – wie Eckart von Hirschhausen behauptet – an ihren Aufgaben wächst? Wobei es heißt, dass Bukowski im Alter nicht mehr so viel getrunken habe. Dann vielleicht, dass die Arbeit in einer staatlichen Behörde, trotz ihrer zermürbenden Routine, doch eine Quelle literarischer Virtuosität sein kann? So viele Postangestellte, die später Literaten geworden sind, kenne ich nun auch wieder nicht. Weiterlesen